Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 15/00

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USA wollen Koka-Felder in Kolumbien vernichten

Gentechnik-Krieg -
das neue Vietnam

Man will angeblich das Drogenproblem lösen - doch man wird wieder die Ärmsten treffen. Hier ein Kokabauer bei der ErnteNach einer Meldung der britischen Zeitung Observer planen die USA in Kolumbien den Einsatz von gentechnisch veränderten hochgiftigen Pilzen gegen den Anbau von Kokapflanzen im kolumbianischen Dschungel. Es soll sich dabei um den hochgiftigen, gentechnisch veränderten Fusarium-Pilz handeln, der von der Wurzel her die Pflanzen auflöst, der aber genauso auch Tiere und Menschen befällt und bei diesen eine tödliche Immunschwäche auslöst.

Der Milliardenkredit der USA an Kolumbien sei an die geheime Bedingung geknüpft worden, dass die kolumbianische Regierung amerikanische Hubschrauber kauft und mit deren Hilfe die von der linksgerichteten Guerillabewegung FARC kontrollierten Drogenfelder mit dem Gen-Pilz besprüht.

War das der Anfang?

Bereits Ende der Achtziger Jahre, so die Junge Welt, brach in einem Tal in Peru, in dem ebenfalls Koka angebaut wurde, eine mysteriöse Fusarim-Epidemie aus. Bauern berichteten von Helikoptern, die eine bräunliche Flüssigkeit versprüht hätten. Dies könne ein „erster Feldversuch" gewesen sein, was sich aber nicht beweisen lasse.
Zwischen 1992 und 1998 seien in Kolumbien bereits über 2,5 Millionen Liter des ebenfalls hochgiftigen Herbizids Glyphosphat versprüht worden, um die Kokapflanzen zu vernichten, so die Schweizer Zeitschrift Natürlich. Dabei seien auch Bananen, Mais, Zuckerrohr und viele Haustiere vernichtet worden. Die Anbaufläche von Koka stieg aber im selben Zeitraum auf das Dreifache. 150 000 bis 200 000 Hektar Regenwald seien zusätzlich gerodet worden, weil die Koka-Bauern in andere Teile des Regenwalds auswichen und ihre Felder mehr zerstreuten. Nun soll offenbar eine weitere Phase der biologischen und ökologischen Kriegführung beginnen. Denn genau um eine solche handelt es sich, so der kolumbianische Wissenschaftler Eduardo Posada laut Observer, wenn aus der Luft ein Mycoherbizid versprüht wird, „das bei Krankenhauspatienten eine Tötungsrate von 76 Prozent hat".

Immer neue missgebildete Kinder

Gerade jetzt wird in zahlreichen Berichten an die Entlaubungsaktion der Amerikaner in Vietnam mit dem Gift Agent Orange erinnert. In vielen Behindertenheimen vegetieren dort missgebildete Kinder und Jugendliche vor sich hin - und laufend werden weitere behinderte Kinder geboren; das Verderben wird ins dritte und vierte Glied vererbt. An Entschädigung haben die USA dafür bisher noch keinen Cent bezahlt. „Weil es den USA nicht gelingt, ihre Drogenprobleme im eigenen Land mit sinnvollen erzieherischen, sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen zu bewältigen", schreibt Natürlich, „holen sie zum verantwortungslosen Gentech-Chemiekrieg aus, der jede Spur von gesundem Menschenverstand vermissen lässt und eine Vietnamisierung von Kolumbien voraussehen lässt."

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Der Krieg um die Drogen symbolisiert auch ein typisches menschliches Verhalten: Anstatt die Probleme bei sich (im eigenen Land) zu lösen, wird versucht, sie beim Nächsten (im anderen Land) auszurotten. Das Ergebnis bis heute auch in Kolumbien: Es wurde schlimmer als zuvor.


 



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