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Hollywood kennt geistige
Hintergründe
"Being John Malkovich" -
wie ein Körper besetzt wird
von Dieter Potzel
Der
erfolgreiche Film „Being John Malkovich" ( "John
Malkovich sein") gilt unter Filmkritikern als "surreale
Komödie" und ist doch realer, als die meisten Kinobesucher wohl
für möglich halten: Ein Puppenspieler entdeckt per Zufall die
Möglichkeit, einen anderen Körper zu "besetzen" - in
diesem Fall den Körper des bekannten Schauspielers John Malkovich - und
er bringt es in diesem fremden Körper beruflich zu Weltruhm, der ihm in
seinem eigenen Körper versagt blieb. Auch erfüllt er sich jetzt seine
leidenschaftlichen Wünsche, denen er im eigenen Körper vergeblich
hinterher lief.
Was der Kinobesucher in dem fast zwei Stunden langen
Streifen erlebt, ist teilweise gespenstisch, doch alle Handlungen
beruhen auf tatsächlichen Möglichkeiten:
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Ein Schauspieler lebt
gefährlich
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Der Schauspieler John Malkovich wird von ständig wechselnden anderen
Personen "besetzt", die in seinen Körper eindringen - eine
durchaus reale Gefahr für einen Schauspieler, der ständig beruflich die
Rollen wechseln muss. Obwohl er dies schließlich merkt, reicht seine
Kraft nicht, um sich dagegen zu wehren. Dass es in der Filmhandlung im
Diesseits lebende Menschen sind, die ihn auf diese Weise benutzen und nicht - wie in
der Realität - jenseitige Seelen, ist zwar so, wie im Film
gezeigt, nicht möglich. Doch wer hat nicht schon einmal in der
Phantasie so getan, als sei er gerade jemand anderes? Auch dann kann
man einen anderen
Menschen teilweise umsetzen, besetzen oder zumindest durch Telepathie
auf ihn Einfluss nehmen.
Ich
sehe immer mich selbst
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Nachdem Malkovich sich durch einen filmischen Kunstgriff selbst
"besetzt" (er kriecht durch denselben Tunnel wie die anderen "Besetzer"),
sieht er plötzlich in allen Menschen, die ihm begegnen, nur sich
selbst. Damit führt der Hollywood-Streifen drastisch vor Augen, wie
wir auch tatsächlich mit unserem Bewusstsein alle anderen sehen - nämlich nicht so, wie
sie wirklich sind, sondern nur so, wie sie uns erscheinen - je
nachdem, was wir in unserer Seele und in unserem Unterbewusstsein
gespeichert haben. Wie auch immer unsere Nächsten also wirklich aussehen -
so, wie wir sie sehen, sehen wir in ihnen immer auch einen Teil von uns selbst.
Wer
steckt in seinem Körper?
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Und wie genau haben wir gelernt zu schauen? Eine Frau erkennt im Film in den
Augen ihres Partners, dass ein anderer Mann bzw. eine Frau in seinem
Körper steckt. Sie kann es allerdings - wie auch im realen Leben -
nicht exakt erfassen. In ihrer sexuellen Phantasie nimmt sie jedoch
Kommunikation mit der besetzenden Seele auf. Der Körper des
sichtbaren Partners wird auf diese Weise beim Liebesspiel nur als
Hülle benutzt.
Puppenspieler
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Ein Symbol für das, was im Film mit allen Akteuren geschieht, ist der
Puppenspieler: Erst beherrscht der Spieler seine Puppen, dann lernt er
- gleich den Puppen - einen fremden Körper ganz zu beherrschen. Doch
auch er selbst wird gesteuert, z. B. von der Leidenschaft zu einer
Frau. Schließlich taucht ein Mann auf, der als der Urheber des ganzen
Spektakels erscheint - einer, der John Malkovich von Kind auf
beobachtete und analysierte - mit dem Ziel, dessen Körper eines Tages
ganz zu übernehmen, worin ihm der Puppenspieler aber zuvorkommt. Und
man kann die Marionettenfäden noch weiter verlängern: Welche unsichtbaren
Seelen und Kräfte benutzen womöglich wiederum alle sichtbaren Akteure als
Hüllen oder Energiereservoir? |
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