Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 16/00

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Tiere fragen

Warum müssen wir so leben?

Sie sehen Kühe auf der Weide oder Hühner auf dem Bauernhof umherlaufen? Dann geht es diesen Tieren nur besser als den meisten ihrer Artgenossen, die nicht auf die Weide oder in den Hof dürfen. Von ihrer Lebensaufgabe her möchten die Tiere die Freunde des Menschen sein und von ihm lernen, was das Leben in der "Kindschaft Gottes" bedeutet. Doch was würde der Mensch den Tieren antworten, wenn diese ihn fragen, worin ihre Aufgabe besteht? Nachfolgend eine Auswahl der Antworten des Menschen an die Tiere:

An die Hühner: Wir züchteten euch zu der neuen Rasse "Masthähnchen". Ihr entwickelt euch noch eine Zeitlang, doch Eure Knorpel werden keine richtigen Knochen mehr, da ihr bereits nach 5 Wochen geschlachtet werdet. Bewegung braucht ihr aus unserer Sicht nicht, und wir schneiden euch besser die Schnabelspitzen ab, damit ihr euch nicht aus Verzweiflung gegenseitig verletzt. Das machen wir bei Puten und Enten auch. Eure Lebensaufgabe ist: Fressen und von den Verbrauchern gegessen werden.

An die "Legehennen": Euer Wohnraum ist das Drahtgitter und ihr bekommt darauf einen Platz, etwa so groß wie ein knappes Dreiviertel eines DINA-4-Blattes als Lebensraum. Das ist Vorschrift und das reicht. Eine Möglichkeit für die Gefiederpflege oder für den Nestbau braucht ihr für das Leben, das wir euch zugedacht haben, nicht. Für uns seid ihr 43 Millionen Eierleger - solange, bis man euch schlachtet.

An die männlichen Küken der "Legehennen": Wir haben eure Rasse so gezüchtet, dass ihr besonders viele Eier legt. Was sollen wir aber mit euch 33 Millionen männlichen Küken machen? Da eure Zuchtrasse leider nicht fett wird und sich deshalb nicht zur Mästung eignet, beträgt eure Lebensdauer nur wenige Minuten. Gleich geht´s zur Vergasung! Das ist hier und anderswo üblich und legal.

An die Schweine: Von Natur aus geltet ihr als aktive und "neugierige" Tiere. Das spielt aber für uns keine Rolle. Wir haben für euer Leben diese kleinen Boxen vorgesehen. Euren Schwanz schneiden wir zur Hälfte ab, damit ihr immer einen gewissen Dauerschmerz am Stumpf habt und euch nicht aus Verzweiflung benagt. Ihr dürft vom Mutterschwein saugen, das dort im Metallrahmen eingesperrt ist - immer zu eurer "Verfügung". Eure Lebensaufgabe ist: Mastschwein sein, sich voll saugen und sich wenig bewegen. Ihr werdet auf diese Weise in 6 Monaten auf 100 kg Schlachtgewicht gemästet. Falls eure Gelenke oder Organe dabei krank werden, ist das nicht so schlimm. Denn das stört die Verbraucher nicht.

An die Bullen: Wir haben euch als spezielle Mastrind-Rasse gezüchtet, nicht für die Weide, sondern für Stallbuchten in Gruppen von ca. sechs bis acht Tieren. Als Bullen mit ca. 400 kg Endgewicht bekommt ihr dann für den Rest eures Lebens ca. 2,8 m² Platz. Das haben Fachleute als ausreichend errechnet. Einen Boden mit Stroh wollen wir euch nicht anbieten. Denn auf blankem Holz oder besser auf Beton fließt die Gülle am leichtesten ab. Was ihr tun sollt? Fressen und euch einmal im Leben friedlich zum Schlachthof bewegen. Dort bekommt ihr weitere Anweisungen. Für einige von Euch haben wir uns eine besondere Aufgabe und Ehre ausgedacht: Ihr dürft in der Arena gegen uns kämpfen und durch den Speer der Toreros sterben.

An die Kühe: Ihr werdet zu Hochleistungs-Milchkühen trainiert. Ihr werdet gebären und ca. 20 Liter Milch pro Tag geben. Wir geben zu: Eure Lebenserwartung ist auf ca. fünf Jahre gesunken und ihr sterbt dann an Erschöpfung. Früher war es für euch noch nicht so anstrengend. Vor ca. 40 Jahren musstet ihr in Deutschland nur 6-7 Liter Milch pro Tag geben, und ihr hattet noch eine Lebenserwartung von 15-20 Jahren. Doch der Markt und der Verbraucher zwingen uns, mehr aus euch herauszuholen. Deshalb seid ihr keine bloßen Kühe mehr, sondern "Hochleistungs-Kühe".

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An die Kälber: Auch wenn es euch vielleicht unangenehm ist: Wir nehmen euch gleich am ersten Tag nach der Geburt von eurer Mutter weg und legen euch zunächst acht Wochen in eine Holzkiste. Dort werdet ihr ja auch groß. Ab der neunten Woche kommt ihr in die Box, und ihr könnt dort auf der Stelle hüpfen, wenn ihr wollt. Die vorgeschriebene Box-Größe ist 1,60 m x 1,00 m. Daran halten wir uns. Unsere Erwartung an euch ist: Fressen, damit ihr eines Tages einen guten Kalbsbraten ergebt.


 



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