Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 19/00

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Drogen (1): Gesellschaft und Politik sind ratlos

Drogensucht:
Sklaverei ohne Ausweg ?

Die Grenze zwischen Neugier und Sucht ist schnell überschritten"Wir wollten einfach nur Spaß haben", beteuerten die jungen Männer (19 und 20 Jahre) und die junge Frau (19) vor dem Würzburger Jugendgericht. Sie hatten an einem Maiabend miteinander gewettet, wer von ihnen die meisten Ecstasy-Pillen vertragen würde. Dass ihr 17jähriger Freund nach der zehnten Pille plötzlich Schaum vor dem Mund hatte und wenig später starb - damit hatte keiner gerechnet.

Auch wenn solche dramatischen Vorkommnisse eher selten sind - sie zeigen, dass nur wenige die Risiken der modernen "Designer-Drogen" kennen. Alkohol gibt es in unserer Gesellschaft seit Jahrtausenden - Ecstasy seit etwa 15 Jahren.

"Ich sehe jeden Tag auf der Station, wie es ist, wenn man alt ist", sagt ein junger Altenpfleger auf die Frage, weshalb er das Aufputschmittel Ecstasy schluckt. "Da lebe ich lieber jetzt." "Feiern ist super", sagt sein Freund (Der Spiegel, 3.7.2000). Suchten viele ihrer Eltern noch in LSD oder Haschisch psychedelische Erfahrungen, so schlucken die Jugendlichen heute am Wochenende während einer Party mit Techno-Musik die Euphorie erzeugenden Pillen. Dadurch bleiben sie manchmal das ganze Wochenende wach und fühlen sich "einfach gut drauf". Die Amphetamin-Präparate sorgen dafür, dass das "Glückshormon" Serotonin im Gehirn ausgeschüttet wird. Bis es sich in den Nervenenden erneut aufgebaut hat, können sechs Wochen vergehen. Viele erhöhen daher die Dosis oder greifen zu Alkohol, Kokain oder anderen Drogen. Die möglichen Langzeitfolgen von Ecstasy-Konsum sind erst teilweise bekannt - sie reichen von verminderter Gedächtnisleistung bis hin zu dauerhaften Schädigungen des Gehirns. So genannte Freie Sauerstoffradikale dringen in die geschwächten Nervenenden ein und zerstören sie.
Jede Droge wirkt anders. Während Ecstasy bei Dauerkonsum nicht körperlich, sondern seelisch süchtig macht, bewirkt z. B. das Heroin eine direkte körperliche Abhängigkeit. Dabei wird jede Droge aus anderen Motiven genommen. Kokain etwa führt zu einer Art Größenwahn: Ich bin der Größte, Schönste, Klügste. Ich bin nicht mehr schüchtern, sondern cool und kontaktfähig. Ich habe immer recht. Verfliegt der Rausch, bleiben Erschöpfung und Depression. Man wird für Freunde und Kollegen unerreichbar. Eine menschliche Fehlhaltung wird durch die Droge verstärkt, die Aufarbeitung verhindert.

Eine Drogenwelle jagt die andere, so dass selbst Fachleute Mühe haben, Schritt zu halten. In Frankfurt wird an vielen Stellen nur noch "Crack" verkauft, eine Spielart des Kokain, das unruhig und aggressiv macht. Viele Junkies greifen anschließend zu Alkohol oder zu Heroin, um wieder zur "Ruhe" zu kommen. An manchen Stellen taucht "Yaba" auf, eine aus Thailand kommende Droge, die 20mal stärker wirkt als Ecstasy und Menschen in den Wahnsinn oder in den Selbstmord treiben kann. Die Drogenkonsumenten werden derweil immer jünger. Vier Prozent der deutschen 15jährigen nehmen regelmäßig Ecstasy, weitere vier Prozent Haschisch. Man schätzt, dass auf der Love Parade in Berlin im Jahr 2000 ein Drittel der Teilnehmer, also etwa 300.000 Jugendliche und junge Erwachsene, Ecstasy oder anderes konsumierten. Auch die Zahl der Drogentoten steigt wieder an: Im ersten Halbjahr 2000 starben in Deutschland 862 Menschen an Drogen, das sind acht Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Doch es sind noch wenige im Vergleich zu den Opfern von Alkohol.

Im Jahr 1999 starben in Deutschland 1812 Personen an Drogen - doch 140 000 an Alkohol. Nicht nur deshalb werden die Stimmen lauter, die eine Gleichstellung der verschiedenen Drogen fordern. Alkohol kann jeder Erwachsene in beliebiger Menge kaufen - auf den Handel mit Drogen stehen in den meisten Ländern der Welt hohe Strafen. Eine Ausnahme ist Holland, wo man zumindest Haschisch in begrenzter Menge legal einkaufen kann. Man versprach sich davon, den illegalen Drogenhandel unrentabel zu machen. Doch gerade dieses Land ist zum Zentrum des europäischen Drogenhandels geworden.
Wie soll der Staat sich verhalten? Soll er unterscheiden zwischen dem aus Hanf gewonnenen Haschisch (Cannabis), das "nur" psychisch, und dem Heroin, das auch körperlich abhängig macht? Aber Cannabis ist viermal so krebserregend wie Tabak, es kann Psychosen auslösen oder macht zumindest apathisch. Es kann eine Einstiegsdroge für "härtere" Sachen sein - aber diese Rolle spielt oftmals auch das Nikotin.

Die staatliche Drogenpolitik hat in Europa zwischen dem äußerst restriktiven Schweden und dem liberalen Holland viele Antworten versucht - doch jede hat ihre Vor- und Nachteile (siehe Kasten). Ein Patentrezept gibt es offenbar nicht - wie immer, wenn man an Symptomen herumkuriert.

Die eigentliche Frage lautet: Warum gibt es Drogensucht? Und wo liegt der Ausweg? Mehr darüber in der Ausgabe Nr. 20/2000.

 

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Militär und Pharmaindustrie

Woher kommen die modernen Drogen?

Bei der Entwicklung "moderner" synthetischer Drogen spielten einerseits die Pharmaindustrie, andererseits die Kriege eine entscheidende Rolle.

Im Jahre 1898 wurde bei BASF das Heroin aus dem Opiat Morphin entwickelt - als angeblich harmloses Hustenmittel. Erst Jahrzehnte später war seine gefährliche Wirkung offenkundig. Das heutige Ecstasy wurde in seiner Grundstruktur schon 1912 erfunden - von der deutschen Chemiefirma Merck. Es war als Appetitzügler gedacht, wurde aber als solcher nie produziert.
Schon im 19. Jahrhundert wurden synthetische Drogen auch für militärische Zwecke eingesetzt, zunächst das Morphium in der Chirurgie. Auch hier bleiben bereits Süchtige zurück. Im ersten und im zweiten Weltkrieg wurde dann Kokain eingesetzt, um Soldaten und Piloten wach zu halten. Der Drogenkonsum der amerikanischen Soldaten im Korea- und im Vietnamkrieg war sprichwörtlich - hier allerdings weniger von der eigenen Armee, sondern möglicherweise vom Gegner gefördert. Aber auch der CIA verdiente später am Import von Kokain in die USA, um mit diesen Erlösen die Contras in Nicaragua zu unterstützen.

 

Das Für und Wider der Drogenpolitik

Einerseits erschwert eine restriktive Politik den Zugang zu den Drogen und erleichtert den gerade "sauber" gewordenen Ex-Junkies, sich von der Droge fernzuhalten. Andererseits kann eine Kriminalisierung junge Menschen auch gerade reizen, das Verbotene zu tun - dies kann für sie ein Weg sein, sich von ihren eigentlichen Problemen - Sexualität, Berufsfindung, Orientierungslosigkeit - abzulenken.
Einerseits kann es Jugendliche vor einer akuten Vergiftung bewahren, wenn man ihnen, wie in Österreich, erlaubt, ihre soeben erworbenen Pillen im Vorraum einer Diskothek auf Inhaltsstoffe und Reinheitsgrad zu untersuchen. Dies kann andererseits dazu beitragen, dass die langsame Vergiftung des Körpers scheinbar "risikolos" weitergeht.
Einerseits kann man durch so genannte "Druckräume" oder "Fixerstuben" stark Abhängigen helfen, sich vor Hepatitis oder Aids zu schützen. Solche Räume gibt es z. B. in Zürich, Frankfurt und Hannover. Die Drogenabhängigen können sich dort mit einer sauberen Spritze ihren "Schuss" setzen oder sich duschen. Sie sind zumindest für diese Zeit weg von der Straße - was Geschäftsleute gerne sehen, weshalb sie solche Räume auch häufig mitfinanzieren. Andererseits kann man es so Neueinsteigern wieder leichter machen.
Einerseits kann man die Lebenserwartung von Heroinsüchtigen durch staatlich verabreichte Ersatzdrogen wie Methadon etwas verlängern. Methadon verdrängt die Erinnerung an Heroin, macht aber andererseits selbst wiederum süchtig. Inzwischen gibt es vermehrt Drogentote, die zuletzt Methadon genommen hatten. Meist nahmen sie andere Stoffe nebenbei, weil Methadon keinen "Kick" verursacht. Der Entzug dauert sogar noch länger als beim Heroin.
Einerseits kann man durch behördliche Abgabe von Heroin an stark Süchtige die Kriminalität vermindern, die zur Beschaffung des Stoffes dient. Dies wird in der Schweiz praktiziert und ist in Deutschland geplant. Andererseits macht sich der Staat hier zum Drogendealer und hilft Menschen, sich zu vergiften. Außerdem sind die Kosten immens: Ein Heroinabhängiger braucht pro Tag Rauschgift im Wert von einigen hundert Mark.

 

Eine Botschaft aus dem All:

"Ich Bin, wonach ihr sucht!"

In einer Christusstrahlung des Jahres 1991 wies uns Christus durch Sein Prophetisches Wort darauf hin, dass Er die Kraft in uns ist, die uns zum Heil unserer Seele und unseres Leibes führt:

"Die Kinder Gottes im Erdenkleid rufen nach Hilfe, nach Befreiung, nach Gesundheit, nach dem Inneren Leben. Ich Bin, wonach ihr sucht! Ich Bin Christus, das Leben jeder Seele, das Leben jeder Zelle eures Leibes. Ich Bin die Kraft, Liebe und Weisheit im Vater für euch. Im Wort des Heils und als Strahlung innerer Liebe bewege Ich eure Herzen, auf dass ihr euch selbst erkennt und über die Selbsterkenntnis und Reue wieder zu Mir findet. Denn wer zu Mir, dem Christus, findet, der findet auch zum ewigen Vater; denn Ich Bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Einzig durch Mich, Christus, finden alle Seelen und Menschen zum Ewigen, zu Gott, ihrem und Meinem Vater."

Siehe dazu http://www.das-wort.com/
cgi/gen_topic.cgi?lang=de&topic=botschaftausdemall

 

Alles schon vorhergesagt -
oder eingeleitet?

Im Jahre 1967 fand in Puerto Rico ein Kongress zur "Anwendung psychotroper Drogen auf normale Menschen im Jahr 2000" statt. Wayne Evans, Psychopharmakologe der US-Army, berichtete darüber: "Bei diesem Treffen in Puerto Rico kamen wir zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Verbreitung des Rauschgiftkonsums beinahe als trivial erscheinen dürfte, wenn wir sie mit der möglichen Zahl chemischer Substanzen vergleichen, die bis zum Jahr 2000 für die Kontrolle einzelner ausgewählter Aspekte des menschlichen Lebens zur Verfügung steht. Schließlich bewegen wir uns auf ein Zeitalter zu, in dem nur noch eine kleine Minderheit sinnvolle Arbeit verrichten wird." Der Kongress forderte auch ein neues Potenzmittel - 1999 war Viagra auf dem Markt.

Aldous Huxley hatte diese Entwicklung in dem Roman „Schöne neue Welt" vorausgesehen: Eine Gesellschaft, deren Mitglieder massenhaft Glückspillen einnehmen, um die Langeweile eines normierten Lebens zu überdecken.


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Fernsehtipp: www.erde-und-mensch.tv

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