Was geschah vor 10
000 Jahren?
Atlantis
- der versunkene Kontinent
Was geschah vor 10.000 Jahren? Was verursachte den Untergang von
Atlantis? Woher stammen die Hopi-Indianer? Hat das merkwürdige
Wanderungsverhalten der Aale mit Atlantis zu tun? Ist auch im Pazifik
ein Kontinent untergegangen? Atlantis wurde auf jeden Fall nie vergessen
- Lesen Sie mehr über den Mythos und die Wirklichkeit eines großen
Kontinents.
"Als eine Gruppe von
englischen Zeitungsleuten einmal über die Aufsehen erregendste Nachrichtenmeldung
abstimmte, die sie sich vorstellen konnte, lag das Wiederauftauchen von Atlantis mehrere
Plätze vor der Wiederkunft Christi", berichtet Charles Berlitz in seinem Buch
Das Atlantis-Rätsel. Bei Otto Muck (Alles über Atlantis) ist
zu lesen, dass
"nach der Heiligen Schrift die meisten Bücher über das Thema Atlantis
erschienen sind." Nach Berlitz sind es
"über fünftausend Bücher und Broschüren ... in allen führenden
Weltsprachen ..., die meisten davon während der letzten hundertfünfzig
Jahre."

So stellte sich der Jesuit Athanasius Kircher
zu
Beginn des
17. Jahrhunderts Atlantis vor
Woher rührt dieser Wissensdurst, der über zweitausend Jahre nach Platos
Bericht über den untergegangenen Kontinent noch immer die Menschheit beschäftigt und
gelegentlich sogar die Titelseite politischer Nachrichtenmagazine erobert?
Auch "trockene" Wissenschaftler sind immer wieder von diesem
Thema fasziniert. Anlass für die Titelstory des Spiegel (Nr. 53/1998) war ein
Forschungsvorhaben deutscher Geowissenschaftler, die mit Luftaufnahmen bei Troja in der
heutigen Türkei nach Resten von Atlantis suchen. Immer mehr Forscher, so der Spiegel,
halten mittlerweile einen "historischen Kern" in Platos Erzählung für denkbar.
Eine Hochkultur, deren Vertreter bereits vor Tausenden von Jahren Flüsse zur Bewässerung
der Felder umleiten konnten, die riesige künstliche Hafenanlagen errichteten und
Prachtbauten schufen, die sie mit glänzenden Metallen legierten - all dies hielt man bis
vor kurzem noch für unmöglich. Doch die Archäologen legten inzwischen zahlreiche
erstaunliche Großprojekte in Ägypten oder Indien frei, die auf ähnliche Fähigkeiten in
grauer Vorzeit schließen lassen.
Bei Troja oder vor Santorin in der
Ägäis hat Plato den versunkenen Kontinent freilich nicht lokalisiert, sondern jenseits
der "Säulen des Herakles" - und das ist die Meerenge von Gibraltar. Die
versunkene Insel, laut Plato "größer als Asia und Lybia zusammen", also
umfangreicher als Kleinasien und das damals bekannte Nordafrika, muss demnach im Atlantik
gelegen haben, der bis heute den Namen des sagenhaften Landes trägt. Hier taucht die
Frage auf, wieweit man Platos Aussagen wörtlich nehmen kann. Eine Vielzahl von
Atlantis-Forschern hat sich weit von Platos Urtext entfernt und unterschiedlichste
Theorien entwickelt.
Leben wie im Paradies
Plato beruft sich in den um
360 v. Chr. abgefassten "Dialogen mit Kritias und Timaios" auf Aussagen von
Solon, die dieser von Kritias erhielt, der seinerseits in Ägypten ausführlich über die
"große und bewundernswerte Königsmacht" der Atlanter unterrichtet worden war,
die auch Teile Europas beherrschte. Plato schildert Atlantis als von der Natur bevorzugtes
Land mit einer großen Ebene, die im Norden von hohen Bergen begrenzt war. Eine große
Zahl wilder Tiere, unter anderem auch Elefanten lebten dort. Die hoch gewachsenen Atlanter
pflanzten unter anderem Gewächse an, die wir aufgrund der Beschreibung als Kokospalmen
und Bananenstauden identifizieren können. Die Inselbewohner waren "im Besitze
solcher Fülle des Reichtums, wie er wohl weder vorher in irgendeinem Königreiche
vorhanden war noch so leicht je später vorhanden sein wird."

Das Thema taucht immer wieder auf. Irgendwann auch der Kontinent?
Plato berichtet aber auch, dass die Atlanter später "schlecht"
und "lasterhaft" wurden, weil die "menschliche Natur die Oberhand
gewann" und sie von "unrechter Sucht nach Gewinn und Macht besessen" waren.
Ganz Atlantis soll daraufhin "während eines einzigen schlimmen Tages und einer
einzigen schlimmen Nacht" im Meer versunken sein.
Entsprang dies alles der Phantasie eines Philosophen, der alles andere als
ein Romanschriftsteller war? Weshalb gibt es dann auch bei den Mayas auf der anderen Seite
des "großen Teiches" Erzählungen von einem "östlichen Land", das
ein wahres Paradies war, ehe es vom zornigen Gott Hurakán (vgl. das englische Wort hurrican)
überflutet wurde? Die Azteken empfingen die Spanier zunächst mit offenen Armen, weil sie
überzeugt waren, die hellhäutigen Menschen aus dem Osten kämen wieder, die ihnen einst
die Zivilisation gebracht hatten. Auch die Hopis berichten von einer großen Flut, bei der
ganze Kontinente im Meer versanken.
Erinnerung an Atlantis
Auf europäischer und afrikanischer Seite gibt es ebenfalls uralte
Erinnerungen und Indizien, die für eine frühere Existenz von Atlantis sprechen. Viele
Basken sind noch heute überzeugt, Nachfahren der Atlanter zu sein, denen sie ihre
eigenartige Sprache verdanken. Sie gebrauchen die gleichen Grabstöcke zum Pflanzen wie
die Mayas und spielen ähnliche Ballspiele wie die Azteken früher spielten. Manche
Gallier glaubten nach dem Zeugnis eines griechischen Historikers noch im 1. Jahrhundert
vor Christus daran, dass sie von einem fernen Land im Ozean abstammen. Laut Charles
Berlitz wurden die Iberer in der Römerzeit von den Bewohnern Italiens als
"Atlantiden" bezeichnet. Und zwischen der Sprache der Inkas und derjenigen der
Berber in Nordafrika soll es eine verblüffende Ähnlichkeit geben.
Häufiger noch als Berichte über den Untergang von Atlantis sind
Erzählungen und Legenden über die "große Flut", die offenbar damit einher
ging. In fast allen Teilen der Erde ist diese "Sintflut" in der kollektiven
Erinnerung der Menschen verankert. Die bekanntesten Sagen sind das Gilgamesch-Epos in
Mesopotamien und die Noah-Geschichte in der Bibel. Spätestens seit bei Ausgrabungen im
Zweistromland eine mehr als zwei Meter dicke Lehmschicht zutage kam, die zwei völlig
verschiedene menschliche Siedlungskulturen voneinander trennt, zweifelt auch die
Wissenschaft nicht mehr an der Existenz einer solchen Katastrophe.
Planetoid? Atombombe?
Wie
passt das Ganze nun
zusammen? Bereits in den fünfziger Jahren hat sich der österreichische Ingenieur Otto
Muck in umfassender Weise an die möglichen naturwissenschaftlichen Voraussetzungen und
Folgen einer solchen Erdkatastrophe herangetastet. Seine Ergebnisse blieben natürlich
genauso wenig unwidersprochen wie die anderer "Atlantologen". Sie geben jedoch
einen guten Überblick über die Fragestellung, mit der wir es zu tun haben:
Nach Muck war Atlantis eine große Insel im westlichen Atlantik im Gebiet
der heutigen Azoren (vgl. Skizze). Muck nimmt nun an, dass etwa 8500 v. Chr. ein Planetoid
in die Karibik stürzte und eine Katastrophe auslöste. Dieser riesige Himmelskörper mit
mehreren Kilometern Durchmesser habe die Erdkruste an einer empfindlichen Stelle glatt
durchschlagen. Mitten im Atlantik verlaufen nämlich die ehemaligen Nahtstellen der
Kontinente Amerika und Europa bzw. Afrika, die früher einmal eine Einheit bildeten und
nach der Kontinentaltheorie Wegeners auseinanderdriften. Atlantis könnte eine kleinere
Kontinentalscholle sein, die sich bei diesem Prozess von Europa löste. Durch den ganzen
Atlantik zieht sich unterirdisch ein Gebirgsrücken, der früher einmal der
"Verbindungskitt" zwischen den Schollen war und beim Auseinanderdriften
zurückblieb. Diese Zone ist bis heute von erhöhter Erdbebenaktivität geprägt.
Wird nun die Erdkruste an einer solchen "Nahtstelle"
durchschlagen (Muck erwähnt, dass dies auch durch eine Atombombe geschehen könnte), so
wird eine beispiellose Kettenreaktion in Gang gesetzt: Magma aus dem Erdinneren reagiert
mit Wasser zu einer explosiven Mischung und schießt kilometerweit in die Höhe. Die
Erdkruste reißt über Tausende von Kilometern auf wie ein Reißverschluss, der Ozean
steht in Flammen. Das entweichende Magma hinterlässt Hohlräume, was zwangsläufig zu
einer Absenkung des Meeresbodens führt - in der Tat eine mögliche Erklärung für das
Absinken eines kleineren Kontinents um etwa 2000 Meter (vgl. Skizze unten).


Das Magma entweicht, Atlantis sinkt ab, die benachbarten Platten
stellen sich schräg (Zeichnung nach Otto Muck)
Gleichzeitig würde eine solche Absenkung auch zu einer Schiefstellung der
benachbarten Platten führen. In der Tat lässt sich feststellen, dass sowohl vor der
Ostküste Amerikas als auch vor der Westküste Afrikas ein breiter Streifen Landes seither
verschwunden ist. Die Flussmündungen des Hudson und des Kongo finden heute unter Wasser
eine Fortsetzung über Hunderte von Kilometern. Andererseits hob sich - ebenfalls
folgerichtig - die Westküste Amerikas an wie bei einem Brett, das sich
schräg stellt. Am Titicacasee in Peru findet sich heute in einer Höhe von über 2000
Metern ein ehemaliger Meeresstrand, der schräg verläuft.
Die so genannte Sintflut könnte nun zwei Komponenten
gehabt haben: Zum einen eine gewaltige Flutwelle aufgrund des
Eintauchens des Planetoiden, zum anderen gigantische Regenwolken, in
denen das in den Himmel geschossene Wasser, vermischt mit Magma und
Asche, gespeichert war. Kein Wunder, dass "da aufbrachen alle Brunnen
der großen Tiefe, und taten sich auf alle Fenster des Himmels, und kamen Regen auf Erden
vierzig Tage und vierzig Nächte" (1. Mose 7).
Die Anreicherung der Atmosphäre mit Ascheteilchen soll nach Muck dazu
geführt haben, dass es in Europa Jahrhunderte lang finster war. Dies wiederum trug dazu
bei, dass die dort vorhandenen Eismassen der letzten Eiszeit nur langsam abschmolzen, ohne
den Wasserhaushalt zu überfordern. Dies sei ebenso ein Grundstein für das spätere
Aufblühen Europas gewesen wie die enorme Lößschicht, die sich seither in östlicher
Windrichtung durch Europa und Asien bis hin nach China zieht - ebenfalls möglicherweise
ein Ergebnis eines mit Vulkanpartikeln getränkten Dauerregens.
Die Eiszeit ist tatsächlich seit etwa 10.000 Jahren zu Ende. Seither
bringt der Golfstrom warmes Wasser bis in die Nordsee und sorgt dafür,
dass es in Hamburg
immer etwa 15 Grad wärmer ist als im auf gleicher Höhe liegenden Labrador. Warum kam der
Golfstrom vorher nicht so weit? Wurde er durch Atlantis am Weiterfließen gehindert? Sogar
das Rätsel der Aale fände hier eine einleuchtende Lösung (siehe
unten).
Schließlich verschob sich ebenfalls vor etwa 10.000 Jahren der Nordpol um
einige tausend Kilometer, was zur Folge hatte, dass in unserer Zeit Hunderte von
sibirischen Mammuts in besterhaltenem Zustand ausgegraben werden konnten - schockgefroren.
Ist auch dieser Polsprung die Folge eines kosmischen "Treffers" durch einen
Planetoiden, der die Erde ins Taumeln brachte?
Über die genauen Zusammenhänge all dieser Vorgänge gibt es, wie gesagt,
unterschiedliche Theorien. Manche "Atlantologen" sehen Atlantis einige
Jahrtausende später oder in Etappen untergehen, anderen zufolge war die Insel wesentlich
größer und reichte bis zu den Bahamas, wo unter Wasser urtümliche Steinquader gefunden
wurden.
Heller als tausend Sonnen
Der Hellseher Edgar Cayce berichtet über eine hoch entwickelte Technik der
Atlanter, die über schnelle Fahrzeuge verfügt und Laserstrahlen verwendet haben sollen.
Mit der von ihnen benutzten Energie sollen sie allerdings Missbrauch getrieben haben, um
ihre Mitmenschen zu unterdrücken und zu quälen. Dieser Missbrauch atomarer Kräfte und
die Entartung der atlantischen Zivilisation von allgemeiner Sittenlosigkeit bis hin zu
Menschenopfern soll nach Cayce den Untergang von Atlantis verursacht haben. Denn was der
Mensch an Negativem aussendet, fällt früher oder später auf ihn zurück.
Martin Freksa (Das verlorene Atlantis) weist darauf
hin, dass Robert Oppenheimer, einer der "Väter" der Atombombe, bei der Zündung
der ersten Versuchs-Atombombe plötzlich an die Verse des alten indischen Mahabarata-Epos
denken musste, in dem von einer "unbekannten Waffe" die Rede ist, einem
"gigantischen Boten des Todes", hell wie "das Licht von tausend
Sonnen". Manipulierten Menschen tatsächlich schon vor Jahrtausenden mit atomaren
Kräften und missbrauchten diese als im doppelten Sinne des Wortes
"vorsintflutliche" Waffen? Auch dies könnte den Untergang von Atlantis mit
verursacht haben.
Woher stammen die Hopi?
Die Geschichte wiederholt sich, solange die Menschen nicht umdenken. Einem
uralten Bericht der Hopi-Indianer zufolge soll es auch im Pazifik einen versunkenen
Kontinent namens "Kasskara" gegeben haben, auf dem ihre Vorfahren lebten. Sie
wanderten dann über die Osterinseln nach Atlantis aus (Amerika lag damals noch teilweise
unter Wasser), bis sie auch dieses wieder verlassen mussten. Alles nur Legende? Inzwischen
liegen wissenschaftliche Beweise vor, dass ein solcher Kontinent auch im Pazifik existiert
haben muss (siehe Kasten).
Wenn Atlantis und Kasskara (auch Lemuria genannt) einst untergingen, so
können sie eines Tages auch wieder auftauchen. In jedem Fall zeigt uns die Erdgeschichte,
schon die der letzten Jahrtausende, dass die Erde keineswegs ein ruhiger Ankerplatz ist,
sondern dass sie immer wieder gewaltigen Veränderungen unterworfen war. Fasziniert uns
das Thema Atlantis heute so sehr, weil die Menschheit um ihre Möglichkeiten weiß, solche
Veränderungen heute selbst mutwillig herbeizuführen? Unterirdische Atomversuche, atomare
Verseuchung der Weltmeere durch Atommüll, Aufheizung der Atmosphäre, gewaltige
Bombenabwürfe wie im Irak, die Abholzung der Wälder - welche Folgen dies alles haben
wird, weiß niemand zu sagen.
Der Mensch quält die Erde
Der Mensch ist also nicht unbeteiligt an dem, was der Erde geschieht.
Denn: Sind nicht alle Gedanken, Worte und Taten des Menschen Energie, die sich auf die
Materie auswirkt? Ist nicht die Erde ein in die Materie herunter
transformierter
Himmelskörper, also ein ehemals feinstofflicher Planet des Himmels, den die werdenden
Menschen als aus der Einheit mit Gott gefallene Seelen immer wieder
beeinflussten und
malträtierten? Vielleicht taucht Atlantis im Bewusstsein der Menschen immer wieder auf,
weil wir ahnen: Reichtum und Wohlleben auf Kosten anderer, wie die Atlanter es
praktizierten, kann nicht von Dauer sein. Solange Menschen gegeneinander sind und gegen
die Natur, produzieren sie Chaos. Wie lange kann die Erde dies tragen?
Andererseits zeigt Atlantis: Immer wieder fanden Menschen auch nach
großen Katastrophen wieder Land, wo sie neu aufbauen konnten. Doch was bauten sie auf?
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