Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 5/99

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Der Nationalsozialismus unter dem Einfluss der Kirchen (2.Teil)

Der Antisemit Martin Luther - ein geistiger Vater des Holocaust

Im ersten Teil der Serie (Nr. 4/1999) wiesen wir nach, wie Adolf Hitler unter dem Einfluss Martin Luthers vom Freund der Juden zum Antisemiten wurde. Heute vergleichen wir die Aussagen bzw. Forderungen Luthers mit ihrer Verwirklichung durch die Nationalsozialisten.

So fordert es
Martin Luther

So tun es
die Nationalsozialisten

1.) Martin Luther erklärt: "Ich sollte mit einem solchen verteufelten Maul essen, trinken oder reden? So möchte ich aus der Schüssel oder Kannen mich voller Teufel fressen und saufen, so mache ich mich gewiss damit teilhaftig aller Teufel, die in den Juden wohnen." Die Nazis verbieten 1941 Freundschaften zwischen Deutschen und Juden. Auch in öffentlichen Einrichtungen dürfen Juden nicht bei Deutschen sitzen.
2.) Martin Luther fordert: Man soll ihre "Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecken ... unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien ..." Das tun die Nazis, z. B. in der Reichspogromnacht am 10.11.1938, an Luthers Geburtstag.
3.) Martin Luther fordert, "... dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun." Die Nazis ziehen die Juden zunächst ab 1938 in bestimmten Häusern zusammen, ab 1939 teilweise in Gettos. Später werden sie in Eisenbahnwaggons gepfercht und - vergleichbar einem Viehtransport - in die Konzentrationslager gefahren. Dort müssen sie in Baracken wohnen.
4.) Martin Luther fordert, "... dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... auch die ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe." Die Nazis lassen 1933 die jüdischen Schriften verbrennen.

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Für Hitler war Luther ein "Riese", der "den Juden" so sah,
"wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen" (1923).

5.) Martin Luther fordert, "...dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ... dass ihnen verboten werde, den Namen Gottes vor unseren Ohren zu nennen." Die Nazis nehmen den Juden das Leben. Sie werden meist erschossen oder vergast, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt oder verbrannt - allerdings unabhängig davon, ob der jüdische Bürger zuvor Gott öffentlich lobte oder nicht. Die ersten Pogrome erfolgen bereits 1933, die Massenmorde beginnen 1939.
6.) Martin Luther fordert, "...dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe ... Sie sollen daheim bleiben." Juden dürfen in der Nazi-Zeit ihren Wohnort nur mit polizeilicher Genehmigung verlassen. Später gilt das auch für die Gettos (ab 1939). Wer sich nicht daran hält, wird verhaftet.
7.) Martin Luther fordert, dass man "... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold." Das tun die Nazis ebenfalls. 1938 wird der Besitz "zwangsarisiert", 1939 der Schmuck eingezogen, später das Geld.
8.) Martin Luther fordert, "... dass man den jungen und starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen." Die "jungen und starken Juden und Jüdinnen" werden von deutschen Firmen der Nazi-Zeit zum Teil als Zwangsarbeiter eingesetzt. In den Konzentrationslagern werden v. a. ab 1938 die Arbeitsfähigen von den Schwächeren getrennt. Die einen müssen unter dem Motto "Arbeit macht frei" zwangsarbeiten und werden erst hingerichtet, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die anderen werden gleich umgebracht.
9.) Martin Luther fordert: "Summa: ... dass ihr und wir alle der ... teuflischen Last der Juden entladen werden ..." Sechs Millionen Juden werden beim Holocaust in Europa ermordet. Von den wenigen Überlebenden wandern die meisten bis 1951 in die USA oder nach Israel aus.


Hier gelangen Sie zum ersten Teil von "Der Nationalsozialismus unter dem Einfluss der Kirchen"

 

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Quellen:
  • Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, Freiburg 1938;
  • Von den Juden und ihren Lügen von M. Luther, 1542, als Volksausgabe herausgegeben von H. L. Parisius, München o. J.;
  • Der achte und letzte aller Bücher und Schriften des teuren seligen Mans Gottes, Doctoris Martini Lutheri vom 42. Jahr an (= Tomos 8);
  • zit. nach Hans-Jürgen Böhm, Die Lehre M. Luthers - ein Mythos zerbricht

Die Gegenüberstellung ist ein Vorabdruck aus der Zeitschrift "Der Theologe", Ausgabe Nr. 4, im Internet komplett einsehbar unter www.theologe.de/theologe4.htm.

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Das lesenswerte Buch zum Thema:
Der Autor Hans Jürgen Böhm, schreibt in dem Buch Die Lehre M. Luthers - ein Mythos zerbricht über sich: "Ein gebürtiger Lutheraner entdeckt den ganzen Luther". Das Buch ist bei Herrn Böhm, Postfach 53, 91284 Neuhaus, kostenlos erhältlich.


 



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