So fordert es
Martin Luther |
So tun es
die Nationalsozialisten |
| 1.) Martin Luther
erklärt: "Ich sollte mit einem solchen verteufelten Maul essen, trinken oder reden?
So möchte ich aus der Schüssel oder Kannen mich voller Teufel fressen und saufen, so
mache ich mich gewiss damit teilhaftig aller Teufel, die in den Juden wohnen." |
Die Nazis verbieten
1941 Freundschaften zwischen Deutschen und Juden. Auch in öffentlichen Einrichtungen
dürfen Juden nicht bei Deutschen sitzen. |
| 2.)
Martin Luther fordert: Man soll ihre "Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecken ...
unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien
..." |
Das
tun die Nazis, z. B. in der Reichspogromnacht am 10.11.1938, an Luthers Geburtstag. |
| 3.) Martin Luther
fordert, "... dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... Dafür
mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun." |
Die Nazis ziehen die
Juden zunächst ab 1938 in bestimmten Häusern zusammen, ab 1939 teilweise in Gettos.
Später werden sie in Eisenbahnwaggons gepfercht und - vergleichbar einem Viehtransport -
in die Konzentrationslager gefahren. Dort müssen sie in Baracken wohnen. |
| 4.)
Martin Luther fordert, "... dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... auch die
ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe." |
Die
Nazis lassen 1933 die jüdischen Schriften verbrennen. |

Für Hitler war Luther ein
"Riese", der "den Juden" so sah,
"wie wir ihn erst heute zu sehen
beginnen" (1923). |
| 5.)
Martin Luther fordert, "...dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu
loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens ...
dass ihnen
verboten werde, den Namen Gottes vor unseren Ohren zu nennen." |
Die
Nazis nehmen den Juden das Leben. Sie werden meist erschossen oder vergast, ihre Leichen
in Massengräbern verscharrt oder verbrannt - allerdings unabhängig davon, ob der
jüdische Bürger zuvor Gott öffentlich lobte oder nicht. Die ersten Pogrome erfolgen
bereits 1933, die Massenmorde beginnen 1939. |
| 6.) Martin Luther
fordert, "...dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe ... Sie
sollen daheim bleiben." |
Juden dürfen in der
Nazi-Zeit ihren Wohnort nur mit polizeilicher Genehmigung verlassen. Später gilt das auch
für die Gettos (ab 1939). Wer sich nicht daran hält, wird verhaftet. |
| 7.)
Martin Luther fordert, dass man "... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber
und Gold." |
Das
tun die Nazis ebenfalls. 1938 wird der Besitz "zwangsarisiert", 1939 der Schmuck
eingezogen, später das Geld. |
| 8.) Martin Luther
fordert, "... dass man den jungen und starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe
Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß
der Nasen." |
Die "jungen und
starken Juden und Jüdinnen" werden von deutschen Firmen der Nazi-Zeit zum Teil als
Zwangsarbeiter eingesetzt. In den Konzentrationslagern werden v. a. ab 1938 die
Arbeitsfähigen von den Schwächeren getrennt. Die einen müssen unter dem Motto
"Arbeit macht frei" zwangsarbeiten und werden erst hingerichtet, wenn sie nicht
mehr gebraucht werden. Die anderen werden gleich umgebracht. |
| 9.)
Martin Luther fordert: "Summa: ... dass ihr und wir alle der ... teuflischen Last der
Juden entladen werden ..." |
Sechs
Millionen Juden werden beim Holocaust in Europa ermordet. Von den wenigen Überlebenden
wandern die meisten bis 1951 in die USA oder nach Israel aus. |