Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Extrablatt 1/99:
"Das NATO-
Christentum"

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Die Friedensbewegung steht wieder auf!

In vielen Städten Deutschlands kamen Menschen zusammen, die sich aus unterschiedlichen Motiven für einen Stopp der NATO-Angriffe auf Jugoslawien einsetzten. Eine Gruppe nennt sich Freie Christen für den Christus der Bergpredigt.


InformationsstandInformationsstand der "Freien Christen" in München

Ihr Anliegen schrieben sie auf ein Transparent: "An alle christlichen Politiker: ‘Distanziert Euch vom Krieg, oder nennt Euch nicht christlich!’" Die Initiative der Freien Christen wurde von ehemaligen kirchlichen Amtsträgern ins Leben gerufen, die mittlerweile aus der Kirche ausgetreten sind. DAS WEISSE PFERD dokumentiert untenstehend einen Offenen Brief an alle christlichen Politiker, dem sich jeder mit seiner Unterschrift anschließen kann.


FREIE CHRISTEN FÜR DEN CHRISTUS DER BERGPREDIGT


Dipl. Theol. Moris Hoblaj, Ehem. kath. Religionslehrer
Johannes Meier, Ehem. kath. Priester
Dieter Potzel, Ehem. evang. Pfarrer

Offener Brief
an alle Christlichen Politiker
insbesondere an die
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
-Bundeshaus-
Görresstraße 15

53113 Bonn

Am Brechhaus 4
97828 Marktheidenfeld

Tel. 09394/996920
Fax: 09391/504147

28. März 1999

"Stecke dein Schwert wieder
an seinen Ort! Denn alle, die
zum Schwerte greifen,
werden durch das Schwert
umkommen." (Mt. 26,52)

Krieg in Jugoslawien

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie vertreten im Deutschen Bundestag Parteien, die sich ausdrücklich als "christlich" bezeichnen. Sie berufen sich also auf Christus und damit auf die Zehn Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Dieser war ein konsequenter Pazifist, der Feindesliebe predigte und das Töten unter keinen Umständen erlaubte.

Wie wollen Sie es, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, mit Ihrem christlichen Anspruch vereinbaren, daß Sie nunmehr einen Krieg politisch und militärisch mittragen, in dem unzählige Menschen getötet werden? Sagen Sie nicht, wenn wir nicht "eingegriffen" hätten, hätte der Diktator von Belgrad weiter gemordet. Das ist vermutlich richtig; und seine Verbrechen sollen in keiner Weise verharmlost werden. Doch Jesus, der Christus Gottes, auf den Sie sich in Ihrem Parteinamen berufen, und auch Mose, dessen Zehn Gebote Sie als Grundlage unserer Gesellschaft anerkennen, haben von dem Gebot "Du sollst nicht töten" keine Ausnahme gemacht. Glauben Sie im Ernst, daß Jesus von Nazareth Cruise Missiles und Tornados losschicken würde, um den Frieden herbeizubomben? Die Geschichte der Menschheit erbrachte seit Jahrtausenden den Beweis dafür, daß Gewalt nicht zum Frieden führt, sondern nur neue Gewalt provoziert. Die Situation in Jugoslawien führt dies auf besonders drastische Weise vor Augen.

Sie verstoßen damit auch gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes. Die Bundeswehr wurde nicht als internationale Polizeitruppe für Strafaktionen geschaffen, zumal wenn sie ohne Billigung der Vereinten Nationen erfolgen. Was Sie jetzt unterstützen, dient nicht der Beendigung einer humanitären Katastrophe, sondern ist ein Beitrag zur Eskalation des Tötens.

Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß Sie den christlichen Namen auf grobe Weise mißbrauchen und das Volk dadurch täuschen. Sie geben vor, daß es einen "christlichen Krieg" geben könne. In Wirklichkeit verhöhnen Sie damit Christus. Die Kirchen sind aufgrund ihrer unchristlichen, blutigen Geschichte nicht mehr in der Lage, Sie darauf hinzuweisen. Deshalb tun wir es: Wir fordern Sie auf, im Deutschen Bundestag entweder gegen die Fortführung dieses Krieges zu stimmen oder Ihren Parteinamen zu ändern. Soweit Sie unbedingt kirchliche Nähe zum Ausdruck bringen wollen, könnten Sie sich beispielsweise Katholisch Soziale Union und Lutherisch Demokratische Union nennen. Christus aber sollten Sie aus dem Spiel lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Inhalt Extrablatt 1/99 - Das NATO-Christentum
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Freie Christen für den Christus der Bergpredigt


Dem Appell der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 28.3.1999 schließe ich mich hiermit an.

Name                          Adresse                                     Unterschrift

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(Coupon ausschneiden und an die Freien Christen senden! Dort können auch Unterschriftslisten angefordert werden.)



 



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